Seite wählen

Haben Sie die Glaskugel?

Nie in der Börsengeschichte gab es so extreme Tagesbewegungen an den Weltbörsen wie zu Zeiten der Corona-Krise. Schwankungen von bis zu 10 % und sogar darüber hinaus bei den führenden Börsenindizes waren keine Seltenheit. Diese Bewegungen zeigen eine extrem hohe Nervosität der Investoren und sind auf die täglich veränderte Nachrichtenlage zurückzuführen. Zum einen gibt es die kurzfristigen Nachrichten, die den Kurs von heute auf morgen beeinflussen, zum anderen die möglichen “Spätfolgen” der aktuellen Geschehnisse.

Festzuhalten gilt, dass der Kurs einer Aktie im wesentlichen durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Gibt es an einem Tag einfach formuliert mehr Verkäufer eines Wertpapiers als Käufer, so fällt der Preis. Dies hat per se oft nichts mit dem Unternehmen und dessen Geschäftsmodells alleine zu tun, sondern wird von vielen weiteren Einflüssen geprägt. Aufgrund hoher Unsicherheit über die rasante Verbreitung des Corona-Virus suchten demzufolge in den letzten Tagen Investoren “sichere Häfen”. Aktien wurden in großem Stile verkauft und in Cash bzw. festverzinsliche Wertpapiere umgeschichtet.

Betrachtet man historische Verläufe, so befindet sich der Markt im Szenario zwischen Angst und Panik. Die komplette Kapitulation steht (noch) aus. Ob diese jedoch im Zuge der Corona-Krise noch kommen wird, bleibt zu beobachten.

Notenbanken, die Politik aber auch die Medizin und die Vernunft der Menschen entscheiden über den weiteren kurzfristigen Verlauf an den Märkten. Jede Nachricht, die auf eine sichereres Terrain hinweist und dazu beiträgt Schreckensszenarien aufzulösen, wird die Kurse kurzfristig beflügeln. Umgekehrt bewirken negative Schlagzeilen genau das Gegenteil und sorgen für weitere massive Verwerfungen.

Langfristig wird der Markt jedoch wieder in sein “normales Gleichgewicht” kommen. Genau dann, wenn die Nachrichtenlage einen klaren Blick auf die Folgen der Corona-Krise zulassen, die Unternehmensbilanzen und der Kollateralschaden für die Weltwirtschaft nicht nur eine Indikation war, sondern zu harten Fakten wird – genau dann findet der Markt seinen Boden wieder und geht zu “normalen Bewegungen” über.

Ob der Boden dann auch einhergeht mit den tiefsten Kursen und damit dem “günstigsten Einstieg” wissen wir nicht. Genauso wenig wissen wir nicht, was der Börse den Turnaround liefert. Wird es der Tag sein, an dem ein Impfstoff gefunden wurde, wird es der Tag sein, an dem die Fallzahlen (insbesondere in den USA) das erste mal zurückkommen oder wird es erst ein Tag in zwei bis drei Jahren sein, an dem alle “Aufräumarbeiten” dieses Ausnahmezustands getätigt wurden und alle schlechten Nachrichten verdaut und verarbeitet wurden.

 

Was ist in den letzten 6 Tagen passiert?

Am 19.02.2020 hatte der S&P 500 sein All-Time-High bei einen Kurs von 3.397,50 Punkte erreicht.

Am 20.03.2020 standen wir zu Börseneröffnung bei 2.448 Punkte und damit 949,50 Punkte oder 27,94 % Prozent tiefer als zum Höchststand.

Am 20.03.2020 standen wir zu Börsenschluss bei 2.304 Punkte und damit 1.092,58 Punkte oder 32,18 % Prozent tiefer als zum Höchststand.

Aktuell signalisieren die Futures für heute, Mittwoch den 25.03.2020 2.491 Punkten. Damit sind wir genau wieder am Stand vom 20.03!

Am 23.03. hatte der S&P sein zwischenzeitliches Tagestief bei 2.191,86 Punkte erreicht, was einem Absturz von 35,48 % vom Höchststand entsprach.

Haben wir den besten Einstieg “verpasst?”

Folgt man den Zahlen, so war der bis dato günstigste Einstieg am 23.03.2020 – vorausgesetzt, das war´s und die Welt kehrt morgen zur Normalität zurück?

Wir persönlich glauben, da kann noch was kommen und das könnte eine Zwischenerholung der Märkte nach dem schnellsten Kursrutsch sein, den wir jemals erlebt haben. Langfristig wird es eh ziemlich egal sein, ob Sie nun Ihr Investment bei einem Stand von 2.191 Punkten im S&P 500 oder bei einem Stand von 2.491 Punkten tätigen. Im ersten Fall kaufen Sie den Index mit einem Abschlag von 35 Prozent oder einem Abschlag von aktuell rund 28 Prozent.

Persönlich glaube ich, wir bekommen nochmals “günstigere” Kurse, doch glauben bedeutet bekanntlich nicht wissen.

Fazit: Was ist jetzt zu tun?

In Anlehnung an die Empfehlung aus dem Beitrag vom 20.02.2020 geben wir Ihnen Hilfestellung für Ihre Entscheidung. Ob Sie nun in drei, vier oder sechs oder zwölf Tranchen in den Markt gehen können wir nicht entscheiden.

Abwicklungstechnisch die einfachste Lösung wäre es, ab heute jeden Monat 1/12, 1/6, 1/4 oder ein 1/3 Ihres Geldes regelmäßig als Sparplan einzurichten. Diesen Auftrag könnten wir sofort entgegennehmen, ungeachtet der weiteren Entwicklung an den Märkten.

Möchten Sie jedoch Market-Timing betreiben, so bleibt nichts anderes übrig, als auf die schlechten Tage gut vorbereitet zu sein und heute schon Ihre Orders vorzubreiten. Denn an den Tagen des “Chaos” bleibt Ihnen und uns vermutlich wenig Zeit, zu telefonieren.

 

VERLUST in Punkte VERLUST in Prozent S&P 500 Stand
0 Punkte (Höchst) 0 Prozent 3.397 Punkte
906 Punkte (Heute) – 26 Prozent 2.491 Punkte
1.206 Punkte (Tiefst) – 36 Prozent 2.191  Punkte
1.397 Punkte – 41 Prozent 2.000 Punkte
1.697 Punkte – 50 Prozent 1.700 Punkte

Stimmen Sie deshalb heute mit uns Ihre persönliche Anlagestrategie ab und lassen Sie uns gemeinsam Ihre Unterlagen vorbereiten. Nur so können wir eine zeitnahe Abwicklung in den kommenden Wochen gewährleisten. Beachten Sie bei Ihren Entscheidungen auch, dass die Investition in unsere Modellportfolios nichts mit der reinen Entwicklung des S&P 500 zu tun hat.