100 – 50 = 100

Einmal angenommen, Sie haben 10.000 Euro investiert und Ihr Depot verliert 50 % an Wert? Richtig, dann befinden sich lediglich noch 5.000 Euro in Ihrem Depot, die für Sie arbeiten können. Um nun wieder auf Ihren ursprünglichen Anlagebetrag zurückzukommen, benötigen Sie auf das noch vorhandene restliche Kapital von 5.000 Euro demzufolge einen Wertzuwachs von 100 %, obwohl Sie von oben nach unten ja nur 50 % verloren haben.

Diese einfache mathematische Grundregel ist vielen Investoren nicht ausreichend bekannt. Auch kennen wenige Investoren die Auswirkung des Prinzips der “Einstandspreis-Verbilligung”. Voraussetzung hierfür ist natürlich ausreichende Liquidität.

Verfügt der Kunde im obigen Beispiel über weitere 10.000 Euro, die er nun bei Minus 50 % Depotwert investieren könnte, so benötigt es lediglich einen Anstieg der Kurse um 33,33 % um den Gesamteinsatz wieder zurück zu erhalten. Je dramatischer der Absturz an der Börse, desto schwieriger ist es also, mit dem ursprünglichen Investment sein Geld wieder “zurück” zu erhalten.

 

Der Telekom – Fehler

 

 

Glaube an die Story oder trenne Dich!

Nie in der deutschen Börsengeschichte wurde mehr für die Aktienkultur getan wie beim Börsengang der Deutschen Telekom am 18. November 1996. Ein Volk von Bausparern und Sparbuchbesitzern machte sich auf den Weg, um die Aktien und den Aktienmarkt als neues Hobby zu entdecken.

Am 06.03.2000 erreichte die Telekom Aktie Ihren Höchststand mit 103,50 Euro je Anteilsschein. Erstzeichner haben die Aktie für 14,57 Euro (damals 28,50 DM) ins Depot bekommen und machten aus einer Anlagesumme von 10.000 Euro in etwas mehr als 3 Jahren einen Kontostand von 60.972 Euro – das 6 fache des angelegten Geldes.

Soweit, so gut. Hat der Kunde jedoch am teuersten Punkt gekauft, also bei 103,50 Euro je Anteil, so beträgt sein Kontostand heute nach mehr als 23 Jahren bei einem Einsatz von 10.000 Euro nur tagesaktuell 6.275 Euro. Der aktuelle Kurs der Aktie beläuft sich auf 12,16 Euro je Anteil.

Die Aktie erreichte Ihren Tiefststand bei 7,73 – also 92,5 Prozent vom Hoch entfernt. Bis heute liegt die Aktie wohl ohne Veränderung in tausenden Kundendepots.

Glaube an die Story oder trenne Dich!

Bei einem Wertverlust von 92 % müsste das Unternehmen ohne Folgeinvestition um 1.238 Prozent steigen. Realistisch? Wohl  eher nicht? Hätte der Kunde im besten Fall im Tiefpunkt bei 7,73 Euro nochmals die gleichen 10.000 Euro investiert, weil er fest an das Unternehmen geglaubt hätte, so wäre er bei einem Kurs von 14,39 die Gewinnschwelle erreichen und hätte seine “Verluste” kompensiert.

PS: Die Telekom-Aktie stand am 22.05.2017 bei 18,02 Euro.

 

Fazit: Was ist jetzt zu tun?

Erstens sind wir kein Freund von Einzelaktien, weil sich Geschäftsmodelle, der Wettbewerb oder Rahmenbedingungen sehr schnell verändern können. Große Konzerne geraten in Skandale, werden ggfs. zerschlagen oder verlieren über Nacht Ihre Kunden an ein innovativeres Unternehmen.

Zweitens gilt bei Kursverlusten immer rational zu handeln. Glaube ich an das Unternehmen oder die Strategie, so versuche ich günstig nachzukaufen um schneller wieder in die Gewinnzone zurück zu finden.

Drittens sollte ich an einen Verkauf der Papiere denken, wenn ich keinen Glaube an die Strategie oder das Unternehmen mehr habe, auch wenn ich schon stark im Minus bin. Wenn von einem ursprünglichen Investment zum Beispiel aus 10.000 Euro nur noch 5.000 Euro übrig sind, gilt immer die Überlegung, ob ich diesem Investment einen Wertzuwachs von 100 % zutraue, oder mit anderen Papieren oder einer anderen Strategie (ggfs. Nachkaufen und neue Anlage wählen) nicht besser fahre.

Viertens kann ich Kurverluste im Rahmen des Verlustverrechnungstopfes ggfs. mit späteren Gewinnen steuerlich verrechnen.

 

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Thilo Sprenger & Ihr Investmentfueralle-Team